Gedenken an Corona-Opfer | ACK greift Steinmeiers Initiative am Sonntag auf

Am kommenden Sonntag wird in den Gottesdiensten der Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Backnang der Corona-Opfer gedacht.
Anstoß dazu war die Ankündigung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, am 18. April der Coronatoten zu gedenken. „Wir zeigen unser Mitgefühl mit denen, die einsam sterben und denen, die um sie trauern. Wir trauern mit ihnen und wollen zeigen, wir stehen zusammen – gerade in diesen dunklen Zeiten. Dafür steht das Licht, das uns den Weg in hellere Tage weist.“ Josef Klein-Schwartz aus der katholischen Seelsorgeeinheit regte an, das Gedenken auch vor Ort spürbar nach Backnang zu holen.

Die Corona-Pandemie erschwert die ökumenische Zusammenarbeit und macht ökumenische Begegnungen oftmals unmöglich. So ist das gemeinsame Coronaopfer-Gedenken eine Möglichkeit, Ökumene zu leben – zwar nicht am gleichen Ort, aber wenigstens am gleichen Tag und durch den Heiligen Geist verbunden.
Manche wie Wolfgang Beck wollen den Kreis weiten: Nicht nur an und mit Corona Verstorbene, sondern auch an anderen Krankheiten Verstorbene seien unter Coronabedingungen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen einsam verstorben. Wilfried Braun wird am Sonntag im Rahmen der Fürbitten Kerzen für die Corona-Verstorbenen, die anderen in dieser Zeit Verstorbenen, die Angehörigen sowie die Ärztinnen und Pfleger anzünden lassen, zudem um ein Ende der Pandemie bitten.
Ursprünglich war auch geplant, auf dem Marktplatz einen Tisch mit Blumengesteck und Kerzen aufzustellen. Die Backnanger sollten dazu eingeladen werden, still eine Kerze anzuzünden oder eine Blume niederzulegen und wieder zu gehen. So sollte eine Menschenansammlung verhindert werden. Die Veranstaltung auf dem Marktplatz wurde aufgrund der Coronaauflagen wieder abgesagt.
Auch die Türkisch-Islamische Gemeinde Backnang beteiligt sich am Coronagedenken. Der Imam wird am Freitag ein Gebet für die Toten sprechen. Am Mittwoch begann zudem der islamische Fastenmonat Ramadan, in dem an jedem Nachmittag aus dem Koran gelesen wird. Auch hier wird laut Mustafa Gül der Toten gedacht.
Die Gottesdienstzeiten können der Samstagsausgabe der Backnanger Kreiszeitung oder den Internetauftritten der einzelnen Gemeinden entnommen werden. Es ist auch möglich, eine andere Backnanger Kirche zu besuchen. Die Christkönigs- und Johanneskirche sind zudem wie üblich tagsüber zum Gebet geöffnet.
Dort, wo Präsenzgottesdienste gefeiert werden, gibt es ein ausgereiftes Hygienekonzept, das mit festen Abständen besseren Schutz als in vielen, insbesondere größeren Geschäften bietet. Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske sind Pflicht.
Die AcK ist die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen. Ihr gehören die Baptisten (Evan¬gelisch-Freikirchliche Gemeinde), die Biblische Gemeinde, die Mennoniten, die Methodisten (EmK), die Neuapostolische Kirche (NAK), die evan-gelische und die ka¬tholische Gesamtkirchengemeinde an. Die Mitgliedschaft der griechisch-orthodoxen Gemein¬de ruht mangels Kooperationswillen. Ziel der ACK ist es, das gegenseitige Kennenlernen und Verständnis zu fördern. Den ACK-Mitgliedsgemeinden ist es wichtig, den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus in den Mittelpunkt zu stellen. Gemäß Satzung vertritt die ACK Backnang die christlichen Kirchen in der Öffentlichkeit.

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